Thoß, Michael
Zusammenfassung
Obwohl die zeitliche Distanz zum Nationalsozialismus immer größer wird, zeigen - trotz gängiger Vorurteile - überraschend viele Jugendliche ausgeprägtes Interesse an dieser Geschichte. Die Ursachen und das Ausmaß der verübten Verbrechen können sie jedoch nur schwer begreifen, insbesondere wenn sich die Vermittlung der Ereignisse auf die reine Fakten- und Zahlenebene beschränkt. Sie stellen sich Fragen, auf die sie oft weder in der Schule noch in ihrer Familie eine Antwort fi nden. Mittlerweile fehlt auch vielen jüngeren Menschen ein persönlicher Zugang zu dieser Zeit. Einerseits wird die Zahl der Zeitzeugen, die die Erinnerung wach halten, immer geringer, andererseits wächst die Gruppe der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, deren Familien erst nach 1945 nach Deutschland gekommen sind.
| ProjektArbeit, Heft 2 (2008), S. 081-086 |